Die christlichen Kirchen in Wiesbaden haben am Wochenende nach Pfingsten (29. 5.) ein ökumenísches Fest „Geistreich – Kirchen in Wiesbaden“. gefeiert. Bei dem farbenfrohen Gottesdienst auf dem Luisenplatz forderte der frühere Kaplan von St. Bonifatius und heutige Braunfelser Pfarrer Dr. Christof May seine Kirche auf, wie mit dieser Feier auf dem zentralen Platz in der aus ihren Gotteshäusern zu den Menschen hinauszugehen.
Eine Kirche, die sich nicht bewege und sich „ausgebremst“ sehe, könne sich nicht öffnen. Das griechische Wort „dynamos“ stehe in der Bibel für Beweglichkeit. „Der christliche Glaube ist eine Lebensbewegung, ein Aufbruch in ein verheißenes Land“, sagte May.
Bei der Feier unter freiem Himmel hatten sich etwa 250 Gläubige aus 12 Wiesbadener Kirchen, die in der Arbeitgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) zusammengeschlossen sind, versammelt. Die biblische Erzählung aus der Apostelgeschichte vom „Pfingstwunder“ wurde von den Geistlichen der Kirchen in sechs Sprachen, in griechisch, west- und ostaramäisch, äthiopisch, englisch und deutsch verlesen.
Zu Beginn hatte Ökumenepfarrer Klaus Endter (Evangelische Kirche) die Gemeinde begrüßt und es als ein Geschenk Gottes bezeichnet, dass es eine solche Gemeinschaft der unterschiedlichen Konfessionen in Wiesbaden gebe.
Im Anschluss konnten die Gäste orientalische Speisen, die assyrische und antiochische Kirchenmitglieder anboten, genießen. Michael Meudt, Ortausschussmitglied der Gemeinde St. Bonifatius, und seine Frau Angelika freuten sich über das öffentliche Auftreten der Kirchen. Der Mainzer Uwe Petto lobte nicht nur das Essen mit Huhn und Gemüse auf seinem Teller. Er stimmte dem Prediger May zu: „Die Kirche braucht Bewegung, es heißt doch nicht, dass sie ihre Inhalte aufgibt“, sagte der Protestant. Musikalisch hatten die Wiesbadener Sakropop-Band „Le-Bandig“ und der Gospelchor des Dekanates Bad Schwalbach aus Taunusstein „Rejoice“ den Gottesdienst gestaltet.
Pfingsten ist traditionell das kirchliche Fest, auf das die christliche Kirche ihre Entstehung zurückführt. Damals sei – so die biblische Überlieferung – der Geist Gottes auf die in Jerusalem versammelten Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sprache herabgekommen und habe so ein gegenseitiges Verstehen und Einheit im Glauben ermöglicht.
Zur ACK in der Landeshauptstadt zählen 13 christliche Konfessionen: Äthiopisch-Orthodoxe Tewahedo Kirche, Alt-Katholische Kirche, Alte Kirche des Ostens, Anglikanische Kirche, Assyrische Kirche des Ostens, Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, Evangelisch-methodistische Kirche, Griechisch-Orthodoxe Kirche, Die Heilsarmee, Römisch-katholische Kirche, Selbständige Evangelisch-lutherische Kirche, Syrisch-Orthodoxe Kirche, Christliches Zentrum Wiesbaden. Dem Vorstand der ACK gehören an: Der evangelische Ökumenepfarrer Klaus Endter (1. Vorsitzender), der altkatholische Pfarrer Klaus Rudershausen (2. Vorsitzender), der römisch-katholische Diakon Stephan Arnold (Geschäftsführer), der äthiopisch-orthodoxe Yarred Tsehaye.
In über 90 deutschen Städten gibt es wie fast überall auf der Welt lokale ACK’s, die regional verbunden und in der ACK Deutschland zusammen gefasst sind.
اشوريونان داود
Ashur younan dawood
Master of Philosophy and Theology
Oceania\ NZ
ashuryounan@yahoo.com